Der Weg und das Ziel

Navigation ist ein faszinierendes Thema, das mich schon seit Kindertagen begleitet. Bei den Pfadfindern haben wir seinerzeit spielerisch den Umgang mit Karte und Kompass gelernt, später bei der Bundeswehr hieß das dann Orientierungsmarsch und war gar nicht mehr spielerisch. Die Begeisterung für Atlanten und Karten aller Art konnte mir aber auch der “Bund” nicht vermiesen. Und Straßenkarten im Tankrucksack waren dann auch lange Zeit auf dem Motorrad das einzige Navigationstool – wenn verfügbar möglichst aus dem Hause Michelin. Über deren Reifen kann man vielleicht streiten, die Straßenkarten aber sind über jeden Zweifel erhaben und ein ästhetischer Hochgenuss. Für längere Touren lag neben der Karte ein handgeschriebener Zettel mit den Namen der größeren Orte auf der geplanten Strecke, damit sind wir letztlich überall angekommen. Aber zugegeben, man war schon auch auf die Beschilderung und damit meist auf größere Straßen angewiesen. So manch kleines und kurviges Nebensträßchen, das schöner ans Ziel geführt hätte, hat man damals wohl verpasst.

In der 90ern dann der große Umbruch: Die Freigabe der GPS-Satellitendaten auch für Privatpersonen und die ersten erschwinglichen Navigationsgeräte. Ich selbst habe erst Anfang der 2000er das erste Navi erstanden, ein einfaches Garmin Geko. 2008 vermachte mir mein Onkel sein Auto-Navi von Magellan, das war aber nicht wirklich überzeugend, deshalb folgte 2009 ein Garmin Nüvi 550. Zur Tourplanung gab es das Programm QuoVadis von Touratech, später dann die Garmin-Software MapSource bzw. BaseCamp. Und mit Kurviger.de folgte irgendwann ein nettes Online-Planungstool für Freunde des Winkelwerks, das ich bis heute gerne nutze. Das Nüvi wurde schließlich 2020 durch ein (mit dem Gebrauchtmotorrad mitgekauftes) Zumo 660 ersetzt – vor allem die Stromzufuhr über Pins war ein Fortschritt gegenüber der USB-Lösung des Nüvi. Nachdem das Zumo dann auf der Ardennentour im April leider endgültig den Geist aufgegeben hat, bin ich nun – wie mittlerweile so viele – auf Smartphonenavigation umgestiegen. Die Vor- und Nachteile “Handy vs. Navi” will ich hier nicht diskutieren – die Debatte wird in zahlreichen Motorradforen teils ebenso emotional geführt wie die Frage Garmin vs. Tom Tom. So oder so: Auch wenn ich selbst heute auf Motorradtouren noch immer eine Straßenkarte im Tankrucksack dabei habe, möchte ich die Vorteile der Satellitennavigation nicht mehr missen. Zumal die Altersweitsichtigkeit die Orientierung allein anhand der Karte während der Fahrt inzwischen ohnehin nicht mehr zulässt. Und bei Euch? Schreibt mir gerne Eure Navigationslösung als Kommentar!

Eigentlich nur ein etwas besserer Kompass: Garmin Geko
Auf dem Motorrad nicht wirklich überzeugend: Magellan RoadMate
Hat mich durch halb Europa geführt: Garmin Nüvi 550
Etwas komfortablerer Nachfolger: Garmin Zumo 660
Die aktuelle Lösung: Samsung XCover 7 und DMD2-App

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