Sie gefiel mir schon bei den ersten Bildern, die ich gesehen habe. Jetzt hatte ich endlich die Gelgenheit, sie auch einmal zu fahren. Und jetzt gefällt sie mir erst recht! Eine optische Reminiszenz an die Ur-G/S hat BMW ja schon vor Jahren mit der „nineT Urban G/S“ vorgestellt, aber zu der habe ich ja schon an anderer Stelle das geschrieben: „Ein wirklich sehr schönes Motorrad, keine Frage. Nur eben – Nomen est Omen – mit ihren geringen Federwegen und Reifen in PKW-Dimensionen tatsächlich eher für den Großstadtdschungel konzipiert, und nicht für das asphaltfreie Hinterland“. Da ist nun die R12G/S ein ganz anderes Kaliber: USD-Gabel und 21-Zöller vorne, hinten auf Wunsch (und auch bei meinem Probefahrt-Exemplar) mit 18-Zoll-Rad. Angemessene Federwege und Bodenfreiheit, das ist schon deutlich mehr Enduro als der urbane Vorgänger! So richtig testen konnte ich die Offroad-Qualitäten nicht, aber für einen groben Schotterweg mit deftigen Schlaglöchern und tiefen Abflussrinnen hat es gereicht, und da hat das Fahrwerk einen sehr guten Eindruck hinterlassen!
Zu dem Motor – der letzte luftgekühlte DOHC-Boxer, den ich ja aus der 1200 GS TÜ gut kenne – muss man nicht mehr viel schreiben. Für nicht wenige der beste Boxer überhaupt, auch wenn er natürlich nicht das Drehmoment und die Leistung der wassergekühlten Nachfolger erreicht. Abseits des Asphalts aber auf jeden Fall genug von beidem! Als Reisemotorrad bietet die „normale“ GS sicher das vernünftigere Gesamtpaket. Aber Vernunft und Motorrad passen ohnehin nur bedingt zusammen. Bei der R12G/S könnte ich jedenfalls nochmal unvernünftig schwach werden…


